Wolf Erlbruch
Bilderbuchillustrationen
vom 27.November bis 19.Februar 2006

Der Künstler

 

Wolf Erlbruch machte sich in den letzten 15 Jahren als erfolgreicher Autor und kreativer Illustrator von Kinder- und Bilderbüchern einen Namen. Der unverkennbare Stil seiner Zeichnungen, Collagen und prägnanten Texte ist als "typisch Erlbruch" bekannt. Seine Illustrationen bewegen sich zwischen experimentellen und alltäglichen Bilderwelten, bei denen die kleinen Zuschauer aber auch das erwachsene Publikum zum Träumen eingeladen wird. Mithilfe der Collagetechnik entwirft der Künstler groteske Figuren, wie z.B. "Die Menschenfresserin" nach Valérie Dayre. Der absurde Charakter dieser Figur bewirkt, dass der Betrachter durch wirkungsvolle Verfremdungseffekte von Anfang an in eine surrealistischen Bilderwelt mit einbezogen wird. Erlbruchs wohl populärstes Bilderbuch "Vom kleinen Maulwurf, der wissen wollte, wer ihm auf dem Kopf gemacht hat" gehört heute zu den modernen Kinderbuchklassikern der deutschen Bilderbuchkunst. Einmal mehr hat der Künstler bewiesen, dass kindergerechte Kunst nur mit Verständnis und dem nötigen Ernst gegenüber Kindern praktiziert werden kann. Bewusst verzichtet er auf kitschige Verzierungen und beweist anhand seiner sperrigen und kantigen Gestalten, dass die traditionelle Figurenwelt des Bilderbuches auch für neue und ausdrucksstarke Ideen offen ist. In seinem aktuellen Bilderbuch hat sich der Künstler mit der philosophischsten aller Fragen beschäftigt. Auf die unausgesprochene Frage "Warum bin ich auf der Welt?" geben in "Die große Frage" verschiedene Personen, Tiere und Gegenstände auf charmante Art ihre individuellen Antworten. Die präzise Linienführung und expressive Farbgestaltung seiner Illustrationen begleiten ausgeklügelt die unterschiedlichen Antworten seiner Charaktere.
Erlbruchs Kunst des Geschichtenerzählens besteht nicht allein in einer gelungenen Kombination von Text und Bild, sondern selbst das Material hat von fernen Reisen in unterschiedlichen Genres zu berichten. Dabei werden Zeichenutensilien wie z.B. Pinsel, Feder und Kreide auf Papieren verschiedener Herkunft verwendet. Die Vielfalt seiner Materialien reicht von Formelsammlungen über Packpapier und Landkarten zu japanischen Buntpapieren.

 

Das Portrait

 

Der gebürtige Wuppertaler Wolf Erlbruch (Jahrgang 1948) studierte ab 1967 Grafik-Design an der Folkwangschule für Gestaltung in Essen. Nach seinem Abschluss 1974 war er international als Illustrator in der Werbebranche tätig. Unter anderem publizierte er Illustrationen in bekannten amerikanischen Magazinen, wie beispielsweise im Esquire oder im GQ Magazine New York. Seine erfolgreichen Arbeiten wurden mehrfach vom Art Direktors Club (ADC) in New York ausgezeichnet. In den 80er Jahren begann Erlbruch Kinderbücher zu illustrieren und später auch selbst die schriftstellerische Initiative zu ergreifen. Sein erstes Buch mit dem Titel "Der Adler, der nicht fliegen wollte" erschien 1985. 1990 wurde der Autor als Professor an die Fachhochschule Düsseldorf berufen und 1997 übernahm Erlbruch die Professur für Illustration im Bereich Design-Kunst an der Bergischen Universität in Wuppertal. Hier lebt er heute auch glücklich mit seiner Familie. Für sein Werk "Das Bärenwunder" wurde Erlbruch mit dem Deutschen Jugendliteraturpreis 1993 in der Sparte Bilderbuch ausgezeichnet. 2003 verlieh ihm die Stadt Leipzig den Gutenberg-Preis, außerdem wurde er mit dem Sonderpreis des Deutschen Jugendliteraturpreises geehrt. Auch die Stadt Wuppertal bedankte sich 2003 mit dem Eduard von der Heydt-Kulturpreis bei dem Illustrator und Autor für seine großartige Arbeit.

 

Zur Ausstellung

 

Die Kunsthalle Wittenhagen präsentiert in ihrer nunmehr fünften Ausstellung Wolf Erlbruchs Originalzeichnungen zu den Büchern sowie Collagen und inspirierende Skizzen des Künstlers. Darüber hinaus ist eine Auswahl aus den Jahreskalendern zu sehen und erstmals können die Besucher einen Eindruck von den freien Zeichnungen des Künstlers gewinnen. Für den Verlauf der Ausstellung sind Kinderveranstaltungen geplant.

Die Ausstellung ist bis zum 19.02.2006 täglich von 11.00 bis
18.00 Uhr (außer dienstags) zu besichtigen.

Ermöglicht wurde die Ausstellung mit freundlicher Unterstützung des Von der Heydt-Museums Wuppertal.

Der neu eingerichtete Shop der Kunsthalle Wittenhagen lädt außerdem ein zum Weihnachtseinkauf von Bildern, Keramik, Plastiken, Schmuck, Weihnachtssternen, Seidenschals und Filzprodukten von Künstlern und Kunsthandwerkern der Region und Berlin/ Brandenburg.