Wolfram Schubert

vom 13. Mai 2006 bis 02. Juli 2006

 

 

Auf das Werk von Wolfram Schubert zu blicken heißt, eine über fünfzig Jahre währende Arbeit an der künstlerischen Reflektion einer individuellen Lebenswirklichkeit zu durchmessen, die sich in der Rückschau als kontinuierliche Entwicklung darstellt, obwohl auch diese Biografie ihre unübersehbaren Brüche und Abbrüche, ihre prekären Übergänge und Diskontinuitäten hat. Die nachfolgenden Betrachtungen sollen das künstlerische Schaffen von Wolfram Schubert jedoch nicht in der Bezugnahme auf den biografischen Hintergrund anschauen, sondern im Blick auf die kommende Vollendung seines achten Lebensjahrzehnts eine vorläufige Würdigung seiner Kunst vornehmen. (...)

 

Schuberts vielseitiges Oeuvre, seine zahllosen Bilder, Zeichnungen, Grafikblätter, Skizzen, Entwürfe zu baugebundenen Arbeiten entwickelt sich nahezu ausschließlich im flächigen Bildraum und zeigt in seiner Gestaltungsmethode schon früh konzeptionelle Merkmale, die auch noch für die gegenwärtig entstehenden Arbeiten charakteristisch sind: Neben einer Fülle und Lust am Detail, die auch noch den kleinsten Pinseltupfer als malerischen Akt ernst nimmt, fällt auf, dass die gesamte Bildfläche durchgestaltet ist und alle Bildelemente - Farbflächen und -formen ebenso wie Linienführungen -immer aufeinander bezogen sind. Es gibt bei Schubert also keine hierarchische Beziehung von zentralem Bildmotiv und Hintergrund, von »wichtigem« Bildgegenstand und »unwichtiger« Umgebung, sondern nur einen als Gesamtheit durchgestalteten Bildraum, in dem alle Teile von gleicher Bedeutsamkeit für die Erscheinung der Malerei und die Intensität ihrer Ausstrahlung sind. Die die Komposition beherrschenden Bildmotive stellt Schubert immer auffällig so in den Mittelpunkt und gestaltet sie so groß und beherrschend in Bezug auf die bis zum Bildrand verbleibenden Flächen, dass seine Bilder immer zeigen, dass der Maler mit seinem beobachtenden Blick nahe heran an den Gegenstand führt, andererseits aber verweist er so darauf, dass sie einen Ausschnitt aus einer als größer und weiter zu denkenden Kontinuität herausschneiden. Dieses »Verfahren« erlaubt Schubert, seine Bilder in hohem Maße mit Farbe und Form zu füllen und zu verdichten und ihnen damit eine beunruhigende Tiefendimension zuwachsen zu lassen, während der Bildraum als solcher verengt wird. (...)

 

Als Berater, Impulsgeber, Anreger war Schubert ein entscheidender, aktiver Begleiter beim seit 1995 jährlich durchgeführten Landschaftspleinair im Nationalpark Unteres Odertal, seine Aktivitäten als Mitbegründer des »Zentrums Bildende Kunst« in Neubrandenburg, als Hochschullehrer in Berlin-Weißensee und als Vorsitzender des Bezirksverbandes Neubrandenburg des VBK sprechen dafür, dass er sich als Künstler nicht nur der Entwicklung des eigenen Werks widmet, sondern er immer auch die Förderung der Kunst insgesamt als Bedürfnis und Anliegen im Fokus hatte und hat. (...)