EXTRA DREI
Die Karikaturisten Barbara Henniger, Heinz Jankofsky, Ottfried Zielke
vom 25. November 2006 bis 18. Februar 2007

Satirische Graphik von Barbara Henniger

Einen illustren Einblick in ihr künstlerisches Schaffen gibt die bekannte Zeichnerin mit einer umfangreichen Auswahl ihrer Arbeiten für die Ausstellung der Kunsthalle Wittenhagen. Dazu gehören natürlich ebenso Karikaturen, die sie bis auf den heutigen Tag für die Satirezeitschrift EULENSPIEGEL anfertigt, wie Blätter, die sich auf humorvolle und satirische Weise mit unserer Gesellschaft und den kleinen menschlichen Unzulänglichkeiten beschäftigen. Ein besonderes Extra stellt die erstmalige zusammenhängende Präsentation von Originalzeichnungen aus der »Medienwelt« dar, die Barbara Henniger im Laufe ihrer langjährigen Berufspraxis für Zeitschriften, wie »FF dabei« und »TV today« angefertigt hat. Politisch-satirische Cartoons nennt sie ihre Zeichnungen, in Abgrenzung zur Karikatur der Tageszeitung. Die positive Karikatur gibt es für Barbara Henniger nicht: »Die Skepsis ist ganz wesentlich. Wer sich gerne vereinnahmen lässt und eintaucht in das Leben, der ist wahrscheinlich nicht prädestiniert für diesen Beruf.«

 


Humorzeichnungen von Heinz Jankofsky

 

Wer erinnert sich nicht an die Karikaturen des viel zu früh verstorbenen Humorzeichners Heinz Jankofsky ? Er hatte einen sprichwörtlichen Riecher für die komischen Dinge des Alltages. Seine Figuren und ebenso ihre übertriebenen Nasen sorgten für eine hohe Wiedererkennbarkeit. Dieser Teil der Ausstellung zeigt einen gelungen Querschnitt durch das Schaffen eines der populärsten Humorzeichner, einem echten Klassiker der ostdeutschen Karikatur. Zu sehen sind natürlich Blätter mit den Lieblingsthemen des Bestseller-Eulenspiegel- und Super-ILLU-Autors und seiner zahlreichen Fangemeinde. Dazu gehören die legendären »Bräute« ebenso wie »Beamte«, »Hunde«, »Ärzte«, »Katzen«, »Politiker«, »Geld« und, und ... und. Liebenswerter Humor, der keinen verletzt und sich langsam vom Bauch zum Kopf vorkämpft. Neben vielen Arbeiten aus den 90iger Jahren gibt es in der Präsentation immer wieder ältere Blätter als Rückblick, die dennoch nicht an Wirkung verloren haben.

 

Cartoons und visueller Poesie von Ottfried Zielke

Sein Ausstellungsbeitrag zu diesem Projekt besteht aus zwei Teilen. In 22 großformatigen Gemälden lässt er noch einmal die für ihn wichtigsten Themen seines Schaffens Revue passieren. Arbeiten, die zu seinem 70. Geburtstag entstanden, den der Künstler in diesem Jahr begehen durfte. Ottfried Zielke setzt sich damit selbst ungewollt ein kleines bescheidenes Denkmal als visueller Poet und kompromissloser Cartoonist. Provokation, Witz und Ironie charakterisieren die Malerei des »Arbeiter- und Bauernsohns« OZ. In seinen Bildern wie bedeutenden Unikat-Büchern thematisiert er Konsumfetischismus, Amerikanisierung und die Bedrohung durch Dummheit jedweder Art. Durch seine Arbeit als Cartoonist bringt er Schärfe und oft auch eine gehörige Portion Bosheit mit in seine Darstellungen. Aber auch der leise trockene Humor findet seinen Platz in der eigenen Welt des Ottfried Zielke, wie seine Arbeiten in einem weiteren Teil der Ausstellung beweisen.